Hygieneinspektor hält Vortrag in Polen

Im Auftrag des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) wurde 1999 das Projekt Technologietransfer Wasser – TTW zur Unterstützung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich Wasserwirtschaft entwickelt. Es bezieht die gesamte Wasserwirtschaftsverwaltung mit ein und wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) fortgeführt.

Die Projektentwicklung korrespondiert mit dem Gesamtkonzept des Umweltministeriums zur internationalen Zusammenarbeit. Dieses Projekt ist auch Baustein der deutschen Aktivitäten zum Technologietransfer im Sektor Wasser. Ein bedeutendes Ziel ist zum Beispiel die bayerischen Partnerländer im Bereich der Wasser- und Umweltverwaltung zu unterstützen.

Das LfU betreut seit mehr als 14 Jahren in Polen diverse Projekte zur Sanierung von Trinkwasserversorgungsanlagen und Abwasserentsorgungsanlagen durch Beratung und Vermittlung von Technologientransfer. Im Rahmen dieser Projekte reisten bereits polnische Delegationen nach Bayern, wobei im Jahr 2008 im Landkreis Traunstein über die regionale Trinkwasser- und Badebeckenwasserhygiene informiert wurde. Im September 2016 reiste anlässlich des Seminars Water Safety Plans eine dreiköpfige deutsche Delegation (Frau Bettina Rickert, Umweltbundesamt Berlin, Frau Lisa Broß, Universität der Bundeswehr München und Helmut Fuchs, Gesundheitsamt Traunstein/Berufsverband Bayerischer Hygieneinspektoren) nach Danzig, um über den Stand der Trinkwasserversorgung bei kleinen Anlagen in Deutschland, hygienischen Anforderungen sowie Erfahrungen in der Überwachung zu berichten, sowie praktische Erfahrungen der Trinkwasserhygiene auszutauschen.

Der Zuhörerkreis in Danzig bestand aus Vertretern der polnischen Gesundheitsverwaltung (Ärzte, Hygieneinspektoren), Institut für öffentliche Gesundheit und Hygiene, technischen/ medizinischen Universitäten sowie Leitern von Wasserversorgungsunternehmen.

Als Vertreter der bayerischen Hygieneinspektoren wurde hinsichtlich kleiner Wasserversorgungsanlagen über Anforderungen, Gefährdungspotentiale, Erfahrungen bei der Überwachung durch die Gesundheitsverwaltung in Bayern sowie Lösungsstrategien referiert. Die deutschen Präsentationen wurden vorab ins Polnische übersetzt und der jeweilige Vortrag durch eine Dolmetscherin in konsekutiver Übersetzung begleitet.

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Im Bild: Helmut Fuchs mit Dolmetscherin Agata Radke

Besonderes Interesse bestand an den hygienischen Anforderungen, praktischen Erfahrungen und Lösungsstrategien in der Überwachung in Bayern, wie die anschließende Diskussion zeigte. Im weiteren Verlauf des Aufenthaltes konnte eine große Trinkwasser-versorgungsanlage einschließlich Trinkwassergewinnungsanlagen und mehrstufigen Aufbereitungsanlagen besichtigt werden.

 

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Gruppenbild: Seminar „Water Safety Plans“ bei der Wasserstiftung in Danzig, Polen

Die gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen waren sehr vielseitig und durchwegs positiv. Es zeigten sich zum Teil ähnlich gelagerte Probleme in der Trinkwasserhygiene wie in Bayern, gerade hierzu war der Erfahrungsaustausch sehr förderlich. Überraschend war bei der besichtigten Anlage der hohe Standard in der Trinkwasseraufbereitung, insbesondere die Filtrationsverfahren und die technische Überwachung dieser Verfahren.

Helmut Fuchs, B.Sc.
Berufsverband Bayerischer Hygieneinspektoren

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