Münchner Trinkwassertag

Dass das Thema „Legionellen“ immer noch brandaktuell ist, wurde durch die ausgebuchte Veranstaltung im Hörsaal des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in der Pfarrstraße in München offenkundig. Nachdem sich die Betreiberpflichten deutlich erhöht haben, stellten die 140 Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen der Hygiene, Behörden und Verbänden im Vorfeld hohe Erwartungen an die Tagung.

Seit der 2. Novellierung der Trinkwasserverordnung haben sich die rechtlichen Aspekte bezüglich der Trinkwasserhygiene stetig weiterentwickelt und es konnten viele neue Erkenntnisse über das Leben, das Vorkommen und das Überleben von wasserassoziierten Mikroorganismen gewonnen werden. Die beiden Veranstalter, der Berufsverband der Bayerischen Hygieneinspektoren und die Hygieneinspektionsstelle für Trinkwasser (AHT), hatten fünf erfahrene Experten aus Behörden und Wissenschaft gewinnen können, um die in den letzten drei Jahren erlangten Erfahrungen vorzustellen, zu analysieren und auch zu diskutieren.

Im ersten Vortrag referierte Herr Dipl.-Biologe Fabian Stemmler, Fachgebiet Mikrobiologie des Trink- und Badebeckenwassers am Umweltbundesamt, über das Thema Legionellen in der Trinkwasserinstallation: Vorkommen, Mikrobiologie und Diagnostik. Im Anschluss erläuterte Herr Dr. rer. nat. Sebastian Völker vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn die Frage, ob systemische hygienisch-mikrobielle Kontaminationen in der Trinkwasserinstallation erkennbar sind. Bei den anschließenden Diskussionen konnten viele Fragen besprochen werden.

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Nach der Mittagspause wurden Pathogene in Biofilmen, insbesondere Legionellen und Pseudomonas aeruginosa, behandelt. Wann leben Sie und wann sind sie tot? In seinem Vortrag beantwortete diese Frage Herr Dr. rer. nat. Jost Wingender, Leiter der Forschungsgruppe Pathogene in Biofilmen an der Universität Duisburg-Essen, ausführlich. Die praktischen und juristischen Aspekte der 2. Änderung der Trinkwasserverordnung mit dem Schwerpunkt Probenentnahme und Gefährdungsanalyse erläuterte Herr Dr.-Ing. Carsten Gollnisch, Hygieneinspektionsstelle für Trinkwasser in Rackwitz, in seinem Referat. Auch das abschließende Thema, die Gefährdungsanalyse aus der Sicht des Umweltbundesamtes, war für die Zuhörer sehr interessant. Der Referent, Herr Dipl.-Biologe Benedikt Schaefer, Fachgebiet Mikrobiologie des Trink- und Badewassers am Umweltbundesamt, musste hierzu einige Fragen aus dem Auditorium beantworten.

Zum Abschluss der Tagung bedankte sich der Landesvorsitzende des BBH, Jürgen Lober, bei den Referenten und dem Mitveranstalter recht herzlich. Dass die im Vorfeld gestellten Erwartungen erfüllt wurden, bestätigten die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer.

Berufsverband der Bayerischen Hygieneinspektoren

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Im Bild von links:
Stellv. Vorsitzender Dirk Rieb (BBH), Dr.-Ing. Carsten Gollnisch (Hygieneinspektionsstelle),
Landesvorsitzender Jürgen Lober (BBH)

Bilder: BBH

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