BBH im Gespräch mit Gesundheitsministerin Melanie Huml

Die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte den Berufsverband zu einem Gespräch in Ihrem Ministerbüro in Nürnberg eingeladen. Nachdem der Termin im Juli dieses Jahres verschoben werden musste, konnte der Landesvorsitzende Jürgen Lober und sein Stellvertreter Dirk Rieb die Anliegen der Mitglieder am 11. September 2019 mit der Staatsministerin besprechen.

Nach der Begrüßung durch die Staatsministerin bedankte sich der Landesvorsitzende Lober nochmals für die Einladung und ganz besonders für die Gewährung des Staatsempfangs zum 40-jährigen Jubiläum des Berufsverbandes am 22. Oktober 2019 in der Residenz München. Der Staatsempfang wurde von Frau Amtschefin Ruth Nowak veranlasst, um die ehrenamtlichen Leistungn und stetigen Bemühungen des Berufsverbandes der Bayerischen Hygieneinspektoren zu würdigen. „Die Arbeit der Hygienekontrolleure wird von der bayerischen Staatsregierung und auch vom fachlich zuständigen Gesundheitsministerium sehr geschätzt“, sagte Gesundheitsministerin Huml.

Die zunehmenden Personalprobleme bei der Nachbesetzung von Stellen bei Eltern- und Erziehungszeiten, sowie bei Dienstunfähigkeit wurden mit Beispielen aus betroffenen Gesundheitsämtern aufgezeigt. „Die Situation werde sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, nachdem überwiegend junge Kolleginnen eingestellt wurden“, so Lober. Aus Sicht des Berufsverbandes ist es erforderlich, dass beispielsweise zusätzliche Beamte über den Stellenplan hinaus ausgebildet werden und als mobile Reserve bei den Regierungen zur Verfügung stehen. Eine weitere Belastung für die betroffenen Ämter stellen die zusätzlichen Arbeitsaufträge durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dar. Hier verwies der Landesvorsitzende auf ähnliche Projekte bei den Wasserwirtschaftsämtern, die von befristet angestelltem Fachpersonal schwerpunktmäßig bearbeitet wurden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Problematik dargelegt, dass nicht alle Gesundheitsämter einen Zugang zum technischen Regelwerk des DVGW haben.

Ein weiteres Gesprächsthema war eine bundesweit einheitliche theoretische Ausbildung der Hygienekontrolleure. Im Vergleich zur Akademie für den öffentlichen Gesundheitsdienst in Düsseldorf, der mittlerweile 11 Trägerländer angehören, fehlen in Bayern noch 300 Unterrichtseinheiten. „Zudem werde es immer schwieriger, Personal mit förderlicher Berufsausbildung zu finden“, sagte Dirk Rieb. Mit dem neuen Pflegetarif in den Krankenhäusern und der weiterhin hohen Nachfrage an Hygienefachkräften ist die Laufbahn der Hygienekontrolleure für examiniertes Pflegepersonal unattraktiv geworden. Bewerber mit entsprechender förderlicher Berufsausbildung werden in Zukunft schwieriger zu finden sein.

Staatsministerin Huml bat die beiden Vorsitzenden, konkrete Vorschläge für die Anpassung der theoretischen Ausbildung zur Abstimmung an das StMGP zu übermitteln. Um weitere Anliegen unserer Berufsgruppe werde Sie sich gerne kümmern und sich diesbezüglich mit dem personell zuständigen Innenministerium abstimmen. „Für zusätzliche Gespräche stehe ich Ihnen gerne beim Staatsempfang zur Verfügung“, so die Ministerin Huml.

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Im Bild von links: Landesvorsitzender Lober, Staatsministerin Huml, Stellv. Landesvorsitzender Rieb;
                          Dr. Roland Schmid

Im Vorfeld trafen sich die beiden Vorsitzenden mit dem Leiter des Sachgebiets 53 im StMGP, Herrn Dr. Roland Schmid. Dabei konnten die bei der Gesundheitsministerin angesprochenen Themen bereits im Vorfeld konkretisiert und diskutiert werden. Der Sachgebietsleiter bedauerte es sehr, dass die vom StMGP zusätzlich beantragten Stellen für Hygienekontrolleure im Doppelhaushalt 2019/20 nicht genehmigt wurden. „Auf die Besetzung der neuen Stellen, die der Bayerische Landkreistag mit dem Innenministerium ausgehandelt hat, hatte das StMGP keinen Einfluss“, so Dr. Schmid.

Berufsverband Bayerischer Hygieneinspektoren e. V.

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